Der Geschichtsverein eröffnet am 30. August 2026 in den Räumen der heimatkundlichen Sammlung eine neue Sonderaustellung über die Geschichte des Marstallgebäudes, das zum Ensemble des Steinauer Schlosses gehört.
Der Marstall erfüllte mehrere Aufgaben: Er diente als Pferdestall, Getreidespeicher, Aufbewahrungsort für Gerätschaften und Wagenremise. Zugleich war er ein belebter Ort, an dem Reisende Halt machten.

Wirtschaftsbau des Schlosses
Der historische Marstall in Steinau an der Straße wurde 1558 erbaut. Im 16. Jahrhundert wurde die bisherige Burg zum Schloss und zur Nebenresidenz der Grafen von Hanau umgestaltet. Im Zuge dieser Umbauten entstand der Marstall vor der Schlossanlage neu, damit im Schloss selbst mehr Raum für den gräflichen Haushalt zur Verfügung stand.
Kriegszeit und Neubeginn
Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude zur Unterbringung von Menschen aus Frankfurt am Main genutzt, die vor den Kriegsschäden geschützt werden sollten. Ab 1946 fanden dort Flüchtlinge eine Unterkunft.
Ein Ort der Kultur
Nach dem Krieg entwickelte sich der vordere Teil des Marstalls zu einem kulturellen Zentrum der Stadt:
Ab 1950 nutzten die Brüder Zangerle den leerstehenden Marstall als Marionettentheater, nachdem umfangreiche Umbauten durchgeführt worden waren. Ihr eigenes Theater in Düsseldorf war durch Bomben zerstört worden; fünf Jahre später kehrten sie dorthin zurück.


1955 wurde der Marstall zum festen Spielort des Marionettentheaters von Karl Magersuppe. „Die Holzköppe“ machten Steinau weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Das Ensemble spielte bis 2017 im Marstall.





Seit 2017 beherbergt der Marstall das „Theatrium“. Unter der Leitung von Detlef Heinichen und Ella Späte verbindet es Bühnenkunst mit dem besonderen Ambiente des historischen Gemäuers.





Die Ausstellung ist ab September 2026 jeden 1. und 3. Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

